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docs: Schritt 2 der Secret-Rotation auf selbst gehostetes Supabase korrigiert
Die Anleitung beschrieb Supabase Cloud mit Dashboard-Knopf. Tatsaechlich laeuft
Supabase per Docker auf einem eigenen LXC (scripts/supabase-setup.sh), ohne
Cloud-Dashboard. Der Weg geht ueber POSTGRES_PASSWORD in supabase/docker/.env
plus ALTER USER, mit pg_dumpall als Rueckfahrkarte -- das Passwort steckt an
mehreren Stellen, ein halber Wechsel legt die Datenbank lahm.

Ergaenzt um die Ports und eine ehrliche Einordnung: Die Datenbank hoert auf
einer privaten LAN-Adresse, dieser Schritt hat von den dreien die niedrigste
Prioritaet.

v1.117.1

Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
2026-09-06 23:15:14 +02:00

8.1 KiB
Raw Permalink Blame History

Secrets rotieren

Anleitung zum Austausch der Zugangsdaten, die versehentlich in .env.production.save im Git gelandet sind.

Grundregel: Kein Befehl in dieser Anleitung gibt einen Geheimwert auf dem Bildschirm aus. Die neuen Werte werden direkt in die Datei geschrieben. Du siehst sie nie, ich sehe sie nie, und sie landen nicht in der Shell-History (dort steht nur der Befehl, nicht sein Ergebnis).


Vorab: Was passiert mit den Daten?

Kurz: Es geht nichts verloren. Im Einzelnen:

Was du änderst Folge für die Daten Folge für die Nutzer
NEXTAUTH_SECRET keine Alle werden ausgeloggt, Login danach normal möglich
Datenbank-Passwort keine keine
SMTP_PASSWORD keine keine

Wichtig zu verstehen: Die Passwörter der Nutzer hängen nicht am NEXTAUTH_SECRET. Sie liegen als bcrypt-Hashes in der Datenbank und bleiben davon völlig unberührt. NEXTAUTH_SECRET signiert nur die Sitzungs-Cookies. Wird es getauscht, sind die ausgestellten Cookies ungültig — jeder muss sich einmal neu anmelden, mit dem gewohnten Passwort. Danach ist alles wie vorher.

Beim Datenbank-Passwort änderst du nur die Zugangsdaten, nicht die Datenbank. Tabellen und Inhalte bleiben unangetastet.


Schritt 0 — Sicherheitsnetz

Auf dem Container:

cd /root/My-Weekly-ToDo-List
cp .env .env.backup-$(date +%F)
chmod 600 .env.backup-*
ls -l .env.backup-*

Falls etwas schiefgeht, kommst du damit zurück. Die Sicherung liegt außerhalb von Git (.env* ist ignoriert) — bitte trotzdem später aufräumen.

Zusätzlich ein Datenbank-Backup, bevor du am DB-Zugang drehst:

bash /root/My-Weekly-ToDo-List/scripts/backup-db.sh

Schritt 1 — NEXTAUTH_SECRET neu erzeugen

Ein Befehl, der den neuen Wert erzeugt und direkt in die Datei schreibt:

cd /root/My-Weekly-ToDo-List
sed -i "s|^NEXTAUTH_SECRET=.*|NEXTAUTH_SECRET=\"$(openssl rand -base64 32)\"|" .env

Kontrolle, ohne den Wert zu zeigen — es wird nur die Länge ausgegeben:

awk -F= '/^NEXTAUTH_SECRET=/{v=substr($0,index($0,"=")+1); gsub(/"/,"",v); print "Länge:", length(v), "Zeichen"}' .env

Erwartet: 44 Zeichen (32 Byte in Base64). Der alte Wert hatte 20 — also deutlich zu kurz.


Schritt 2 — Datenbank-Passwort rotieren

Korrektur: Eine frühere Fassung dieser Anleitung ging von Supabase Cloud aus, mit einem Dashboard und einem "Reset database password"-Knopf. Das trifft hier nicht zu. Deine Supabase-Instanz läuft selbst gehostet per Docker auf einem eigenen LXC (siehe scripts/supabase-setup.sh). Es gibt kein Cloud-Dashboard.

Wo läuft die Datenbank?

Der Host steht in deiner .env auf dem App-Container. So bekommst du ihn heraus, ohne das Passwort zu zeigen:

cd /root/My-Weekly-ToDo-List
grep '^DATABASE_URL=' .env | sed -E 's|.*@([^:/]+):([0-9]+).*|Host: \1   Port: \2|'
grep '^DIRECT_URL='   .env | sed -E 's|.*@([^:/]+):([0-9]+).*|Host: \1   Port: \2|'

Die Ports sind aus der Konfiguration bekannt:

Port Wofür
6543 Verbindungspooler (Supavisor/pgbouncer) — das ist DATABASE_URL
5432 Postgres direkt — das ist DIRECT_URL, für Migrationen
8000 Supabase API-Gateway
8001 Supabase Studio, das Web-Dashboard

Das Studio erreichst du also unter http://<Host aus dem Befehl oben>:8001. Aber: Studio hat keinen Knopf zum Ändern des Postgres-Passworts — das geht nur auf dem Supabase-LXC selbst.

Lohnt sich das überhaupt?

Ehrliche Einschätzung: Dieser Schritt hat die niedrigste Priorität von allen dreien.

  • Die Datenbank hört auf einer privaten LAN-Adresse, nicht am offenen Internet.
  • Wer das Passwort aus dem Git ziehen will, braucht ohnehin schon Zugriff auf dein privates Repository — und wäre damit bereits in deinem Netz.
  • Das Rotieren ist bei selbst gehostetem Supabase fehleranfällig, weil dasselbe Passwort an mehreren Stellen steckt (siehe unten). Ein halb durchgeführter Wechsel legt die Datenbank lahm.

NEXTAUTH_SECRET (Schritt 1) und SMTP_PASSWORD (Schritt 3) sind die wichtigen — das eine schützt die Sitzungen, das andere ist von außen missbrauchbar. Beide sind erledigt. Schritt 2 kannst du in Ruhe planen oder ganz auslassen.

Falls du es doch machst

Das Postgres-Passwort steckt bei einem Supabase-Docker-Stack an mehreren Stellen. Es reicht nicht, es in Postgres zu ändern — die Supabase-Container kämen dann nicht mehr an ihre eigene Datenbank.

Auf dem Supabase-LXC:

cd ~/supabase/docker          # Pfad ggf. anpassen

# 1. Sicherung, bevor irgendetwas angefasst wird
docker compose exec -T db pg_dumpall -U postgres > ~/supabase-backup-$(date +%F).sql
ls -lh ~/supabase-backup-*.sql

# 2. Neues Passwort erzeugen und direkt in die Supabase-Konfiguration schreiben
sed -i "s|^POSTGRES_PASSWORD=.*|POSTGRES_PASSWORD=$(openssl rand -base64 24 | tr -d '/+=')|" .env

# 3. Dasselbe Passwort in Postgres setzen
docker compose exec -T db psql -U postgres -c \
  "ALTER USER postgres WITH PASSWORD '$(grep '^POSTGRES_PASSWORD=' .env | cut -d= -f2-)';"

# 4. Stack neu starten, damit alle Dienste das neue Passwort bekommen
docker compose down && docker compose up -d
docker compose ps

Danach auf dem App-Container die beiden URLs anpassen — das neue Passwort aus supabase/docker/.env einsetzen:

cd /root/My-Weekly-ToDo-List
read -rsp "Neue DATABASE_URL einfügen: " V && printf '\n' && \
  sed -i "s|^DATABASE_URL=.*|DATABASE_URL=\"$V\"|" .env && unset V

read -rsp "Neue DIRECT_URL einfügen: " V && printf '\n' && \
  sed -i "s|^DIRECT_URL=.*|DIRECT_URL=\"$V\"|" .env && unset V

Verbindung prüfen:

npx prisma db execute --stdin <<< "SELECT 1;" && echo "Datenbank erreichbar"

Wenn etwas schiefgeht: Der Dump aus Schritt 1 ist die Rückfahrkarte.


Schritt 3 — SMTP-Passwort rotieren

  1. Beim Mail-Anbieter ein neues Passwort setzen (idealerweise ein App-Passwort)
  2. Auf dem Container eintragen:
cd /root/My-Weekly-ToDo-List
read -rsp "Neues SMTP-Passwort: " V && printf '\n' && \
  sed -i "s|^SMTP_PASSWORD=.*|SMTP_PASSWORD=\"$V\"|" .env && unset V

Schritt 4 — Übernehmen

cd /root/My-Weekly-ToDo-List
cp .env .next/standalone/.env
pm2 restart my-weekly-todo --update-env
pm2 save

Der Kopierschritt ist nötig, weil der Standalone-Build seine eigene .env neben server.js liest.

Danach: einmal im Browser neu anmelden. Dass du ausgeloggt wurdest, ist der Beweis, dass das neue NEXTAUTH_SECRET greift.


Schritt 5 — Die Datei aus dem Git entfernen

cd /root/My-Weekly-ToDo-List   # oder im Arbeitsrepo
git rm --cached .env.production.save
rm .env.production.save

.gitignore ergänzen:

.env*
!.env.example

Committen, pushen, fertig.


Schritt 6 — Historie: umschreiben oder nicht?

Nach Schritt 5 ist die Datei aus dem aktuellen Stand verschwunden — in der Historie steht sie weiterhin.

Meine Empfehlung: Historie so lassen. Begründung:

  • Das Repository ist privat (geprüft).
  • Nach den Schritten 1–3 sind die enthaltenen Werte wertlos, weil überall ersetzt.
  • Historie umschreiben ändert jeden Commit-Hash. Alle Klone (dein Rechner, der Container, Gitea) müssten neu geholt werden, alte Tags zeigen ins Leere. Das Risiko übersteigt den Nutzen deutlich.

Rotieren schlägt Umschreiben: Ein rotiertes Geheimnis in der Historie ist harmlos, ein nicht rotiertes bleibt auch nach dem Umschreiben in jedem existierenden Klon.

Falls du es trotzdem willst — nur bei Bedarf, mit vorherigem Voll-Backup:

git filter-repo --path .env.production.save --invert-paths

Danach git push --force auf beide Remotes, und jeder Klon muss neu erstellt werden.


Kontrolle zum Schluss

cd /root/My-Weekly-ToDo-List
git ls-files | grep -E "^\.env" || echo "OK: keine .env-Datei mehr im Git"
grep -cE "^(NEXTAUTH_SECRET|DATABASE_URL|DIRECT_URL|SMTP_PASSWORD)=" .env

Die zweite Zeile muss 4 ergeben — vier gesetzte Schlüssel, ohne einen davon zu zeigen.

Zum Schluss die Sicherungen aufräumen:

shred -u .env.backup-* 2>/dev/null || rm -f .env.backup-*